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Beitrag von Fynn am Di 10 Sep - 10:10

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Ein Jahr später im Kino und 27 Leinwandjahre später treffen wir erneut auf „ES“, den „Gestaltenwandler“, den Stephen King  für uns ersonnen hat und der 1990 mit Tim Curry in der Hauptrolle schon einmal sehr erfolgreich war und 27 (!) Jahre später erneut unter Andy Muschietti's Regie zurückkehren würde. Seine recht fulminante Rückkehr fordert nun im zweiten Teil ihren Tribut und Abschluss, denn – wie es auf dem Plakat so vollmundig heisst „Es“ endet ! Und davon kann man hier auch wohl ausgehen, es ist gut wie es ist ! Und er endet tatsächlich, passend im Jahre 1989 wo in einem Kino gerade „Nightmare on Elm Street 5 “ gezeigt wird, Original Untertitel : „The Dream Child“.

Der Schwur zurückzukehren, wenn „ES“ zurückkehren sollte bringt die Freunde erneut in Derry, Maine, zusammen. Die inzwischen Erwachsenen gewordenen müssen erkennen dass das Morden von neuem beginnt und „ES“ vermutlich noch immer lebt. Doch die Zeiten haben sich geändert und das Leben hat auch die, teils inzwischen verheirateten oder auch wieder getrennt lebenden Freunde, voneinander entfernt. Der Kampf gegen Pennywise hat sie einst stark gemacht, aber das Leben hat sie auch für lange Zeit getrennt und verändert. Können sie diesen Kampf gewinnen ?

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Wenn man eines über diesen Film sagen kann dann ist es zunächst das man die Darsteller absolut perfekt an die ehemaligen Kinderdarsteller angepasst hat. Diese kommen auch in Rückblenden immer wieder vor, der Film springt quasi zwischen den Zeitaltern der Jugendlichen und der älteren Generation, so das man auch ständig einen Vergleich hat. Das hat man wirklich perfekt hinbekommen ! Jessica Chastain hat diesmal die Rolle der Beverly Marsh übernommen. Das geisterte auch schon recht früh durch die Presse und Online Medien das es wohl so kommen würde und war eine sehr gute Entscheidung. Aber auch bei den anderen hatte man wieder ein gutes Händchen. James McAvoy übernahm die Rolle des erwachsenen Bill Denbrough. Bill Hader hat Richie Tozier gespielt, Isaiah Mustafa war wieder Mike Hanlon und  James Ransone war widerrum als Eddie Kaspbrak zu sehen. Das Bill Skarsgård  erneut als Clown Pennwise zu sehen ist stand auch schon früh fest. Das neben Autor Stephen King auch Regisseur Peter Bogdanovich  einen kleinen Auftritt hat ist auch nett.


Der Anfang war diesbezüglich dann auch schon mal recht nett, aber nach einer Weile hat man etwas das Gefühl das da jetzt etwas mehr kommen müsse. Nicht das es langweilig war, nein, aber auf eine gewisse Weise wiederholt Muschetti sich dann zu oft. Gut. Dann müssen die Freunde erstmal zusammengetrommelt werden und jeder macht so seine Erfahrungen mit der Vergangenheit. Das ist sehr schön gemacht. Ja, dem macht es sehr viel Spaß zu folgen und in einer Sequenz kommt dann auch wieder der inzwischen in Ehren ergraute Autor himself, Stephen King als Trödler dazu. Eigentlich mag ich das nicht wenn er in seinen Filmen mitspielt. Ich finde er ist ein grausamer Darsteller und selbst in Mini – Auftritten finde ich es unpassend. Hier nicht, hier hat er einen richtig schönen Kurzauftritt wo er sich gewissermaßen noch ein bisschen selber veralbert. ( Sind sie nicht dieser Autor ? Dann können Sie doch die 300 Dollar für das Fahrrad locker bezahlen ! ) Das macht Spaß, kurz und knackig und kein dummes, ewig langes Rumgelaber ! An dieser Stelle gibt’s auch einen passenden Goof : Als Bill beschließt, sein altes Fahrrad zurückzukaufen, spricht er einige Zeit mit dem Verkäufer (Stephen King). Wenn man drauf achtet merkt man, dass das Buch auf der Theke zwischen den Schnitten mehrmals gedreht wurde.

Am stärksten ist der Film jedoch immer dann wenn er den „Club der Verlierer“, wie sich die Freunde einst nannten, aus der Jugendperspektive zeigt. Das ist sicher deshalb der Fall weil nun mal auch in jedem Erwachsenem ein Kind steckt und Gemeinsamkeiten, wie z.B. der Zusammenhalt der Gruppe, erste Liebe oder die, die man in der Schule lieber nicht getroffen hätte nur auf dieser Basis funktioniert. Das mag Unsinn sein, aber das Kino ist ein Ort zum Träumen und nicht umsonst ist „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“, - eine andere King Verfilmung, sicherlich auch deshalb so erfolgreich weil sie Abenteuerlust und Pubertätsprobleme auf packende Weise verbindet und dies in einer Geschichte erzählt den jeder von uns auch so erlebt haben könnte. Daher ist „ES 2“ ein Film der auf emotionaler Ebene wirkt solange er die Geschichte aus Sicht der Jugendlichen erzählt und ich gebe zu das ich mich bereits beim ersten Teil dabei erwischt habe das ich manchmal dachte, ich will diesen Clown jetzt nicht, mir reichen die Kids. Obwohl es trotzdem spannend und gut gemacht war.

Vor allem am Ende zieht Muschetti und sein Special Effekt Team nochmal alle Register und im Grunde kam dann eigentlich nichts mehr hinzu was ich nicht auch erwartet hätte, - aber gewünscht. Aber gut, man kann nicht alles haben, genau wie die ewige Jugend. Das weiss nun auch der „Club der Verlierer“. Über 700 Millionen Dollar spülte die Romanadaption „ES“ 2017 in die Kinokassen, - eine kleine Rekordsumme also ohne Zweifel. Daher waren natürlich die Erwartungen an die Fortsetzung auch dementsprechend. „ES“ ist natürlich kein Horrorfilm im üblichen Sinne, es ist ein Film über das Erwachsenwerden. Das kennt jeder und macht auch zwischen Jungs und Mädchen keinen Unterschied und genau das macht einen verdammt großen Teil des Erfolges des Films aus. Nicht weil Pennywise ständig aus irgendeiner Ecke springen könnte, nicht weil er zig Gestalten hat. Das macht die Sache spannend und interessant, aber das wesentliche war das Erwachsenwerden der Kids. Diesbezüglich hatte Muschetti natürlich jetzt die schwierigere Aufgabe, denn seine Kids aus dem 1. Teil sind ja bereits erwachsen. Sie nochmals zu integrieren in Rückblenden war clever und entspricht m.W. außerdem der Romanvorlage von Stephen King. Allerdings kenne ich das Buch nicht, welches mit 1000 oder sogar 1200 Seiten extrem dick daher kommt. Aber nun ja, nun hat Muschetti einen Film abgeliefert wobei allein Teil 1 schon 2 Stunden und 15 min lief und der zweite nun noch einmal satte 2 Stunden 49 min. Man braucht also etwas Geduld. Und nicht jede Minute davon ist gerechtfertigt, einiges hätte man kürzen können um einen besseren Film zu machen. Aber gut.

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