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HERODES - BLUT ÜBER JERUSALEM (ITA/FRA 1958)

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HERODES - BLUT ÜBER JERUSALEM (ITA/FRA 1958) Empty HERODES - BLUT ÜBER JERUSALEM (ITA/FRA 1958)

Beitrag von Graf Karnstein am Sa 26 Dez - 14:38

HERODES
BLUT ÜBER JERUSALEM

(Erode il grande / Le Roi Cruel)
Italien / Frankreich 1958

Edmund Purdom - HERODES DER GROSSE
Syvia Lopez - MARIAMNE
Alberto Lupo - ARON
Elena Zareschi - ALEXANDRA

Regie: ARNALDO GENOINO

Laufzeit ca. 76 min

HERODES - BLUT ÜBER JERUSALEM (ITA/FRA 1958) Herode10

HERODES DER GROSSE als Thema eines Films...nun, ich sah mir diesen Historienfilm vorgestern mal wieder an und in seiner relativ kurzen Laufzeit will er von der Regierungszeit Herodes des Grossen erzählen, aber leider beschränkt sich der Film nur auf die inneren Familienstreitigkeiten und Intrigen des Herodes, die zwar in der Familie stattgefunden haben, aber alles andere wurde überhaupt nicht oder kaum in Betracht gezogen. Was u.a. geschichtlich verbürgt ist, das Herodes mit dem Römer Antonius verbündet war. Aber nach der Niederlage des Antonius gegen Octavian in der Seeschlacht bei Actium 31 v. Chr. und nach dessen Selbstmord, wobei ihm Cleopatra in den Tod folgte, begab sich Herodes nach Rhodos, um für sich bei Octavian zu sprechen. Der Film beginnt nämlich damit und hatte somit im nach hinein sehr gute Ansätze zumindest geschichtschronologisch an den Film Cleopatra (1962) anzuknüpfen.

Aber in der ziemlich kurzen Laufzeit kann der Film die ganzen Ereignisse, die sich zur Zeit des Herodes zugetragen haben gar nicht bringen und somit beschränkte man sich wohl eher darauf, eine Art historisches Familiendrama zu inszenieren, das mit dem Tod einiger Familienmitglieder und Herodes selbst endete. Wer sich in Geschichte auskennt weiß, das ich somit nichts neues erzähle. Auch das laut Bibel, der Name Herodes der Grosse verknüpft ist mit dem historischen Ausmaß der Kindertötungen zu Bethlehem, was aber geschichtlich erfunden ist.

Herodes der Grosse regierte in der Zeit 37 v. Chr. - 4 v. Chr. und wird von Edmund Purdom dargestellt. Er war der Sohn des Idumäars Antipater, der schon Prokurator von Judäa unter Julius Caesar gewesen ist. Herodes wurde in Idumäa geboren und er wurde von den meisten Juden zu dieser Zeit nicht als König akzeptiert. Das kam daher, weil Herodes aufgrund seiner idumäischen Abstammung nur Halbjude war und weil Idumäa im Jahre 125 v. Chr. unter der hasmonäischen Dynastie vom König Johannes Hyrkanos erobert worden war und alle Nichtjuden gezwungen worden waren zum Judaismus zu konvertieren. Das Judentum war den Idumäern somit suspekt. Vielleicht war es auch die späte Rache eines Idumäars wie Herodes nun gerade deshalb die Macht an sich zu reissen. Er belagerte Jerusalem, weil sich Widerstand formierte, er diese Stadt 37 v. Chr. einnahm und den letzten hasmonäischen Thronnachfolger Antigonus enthauptete und nun Herodes selbst als König in Jerusalem durch Rom eingesetzt wurde. Herodes hatte allerdings während der Belagerung Mariamne geheiratet. Diese Frau von hasmonäischer Herkunft entstammte zusätzlich einer alten Königsdynasty der Makkabäer. Die Makkabäerprinzessin Mariamne haßte Herodes von Anfang an, aber aus politischen Gründen und um seinen Thronanspruch damit zu legitimieren, fand diese Hochzeit statt. Das alles sparte der Film leider aus. Übrigens hieß Idumäa früher Edom und als es von den Babyloniern in frühalttestamentarischer Zeit zerstört wurde, nannte sich das Land später Idumäa.


HERODES - BLUT ÜBER JERUSALEM (ITA/FRA 1958) Herode11

Mariamne wird im Film dargestellt von Sylvia Lopez und obwohl sie nicht in den Intrigen verwickelt war/sein wollte, wie im Film dargeboten, um Herodes wieder vom Thron zu stürzen, so waren es ihre hasmonäischen Verwandten umso mehr. Ihre Mutter Alexandra tat sich dabei besonders hervor. Im Film hier kommt dies ganz gut zur Geltung, was in etwa historisch korrekt ist. Alexandras Sohn Aristobulus wurde zum Hohepriester ernannt, was seine Mutter arrangierte, um widerum ihre Stellung in der Regierung zu sichern. Alexandra wird im Film von Elena Zareschi gespielt und sie sieht ihren Sohn Aristobulus nun als legitimen jüdischen Ersatz für Herodes an. Herodes soll darüber sehr wütend gewesen sein und er sorgte dafür, das Aristobulus beim schwimmen ertrinkt, was im Film auch vorkommt. Was der Film nun wieder ausläßt ist die Tatsache, das Herodes während dieser Phase des innerfamiliären Machtkampfes weitere Mitglieder der hasmonäischen Familie elimeniert werden. Mariamne selbst ließ er später auch noch ermorden, weil er kaum noch jemanden traute. Im Film wird dies so interpretiert, das Mariamne sich von Herodes abwendet, weil dieser für den Tod von Aristobulus verantwortlich gemacht wird. Mariamne, die erst gegen ihre Mutter Alexandra war, weil sie Herodes liebte, hielt nun eher zu ihr, weil ihr Mann ihren jüngeren Bruder umbrachte. Im Film wird sie gesteinigt, weil sie zusätzlich ein Verhältnis mit dem Hauptmann Aron gehabt haben soll. Aron wird im Film von Alberto Lupo gespielt und ist hier als engster Freund und Hauptmann des Herodes zu sehen.

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So rücksichtslos, wie Herodes gegen seine intrigenhaften Familienmitglieder vorging und Aufstände von Juden niederschlug, so genial erwiesen sich seine Beiträge zur Baukunst und seine lange Regierungszeit, die trotz allem auch als Friedens- und Blütezeit angesehen wird. Im Grunde hatte Judäa ihm vieles zu verdanken. Er war mit Antonius verbündet, aber nach dessen Niederlage und Selbstmord, sah Rom in ihm einen Feind. Herodes besaß Mut, Stärke und war ein guter Diplomat. So verstand er es geschickt den Sieger Octavian aufzusuchen, um für sich und sein Land zu verhandeln. Seine jüdischen Gegner in Judäa waren guter Hoffnung, das Herodes bei den Römern den Tod findet, was auch im Film soweit gut zur Geltung kommt. Aber Herodes kehrte mit römischer Unterstützung zurück und wurde als Herrscher und König über Judäa wieder eingesetzt. Herodes hatte somit sein Land und der Bevölkerung vor weitaus schlimmeren bewahrt. Auch Octavian, der spätere Kaiser Augustus muß es auch für Rom besser und vorteilhafter gesehen haben, als eine weitere Unruhe-Provinz im römischen Reich zu haben. Die ganzen Bauvorhaben des Herodes hatten in der Zeit 25 - 13 v. Chr. Hochsaison. Er ließ Städte umbauen, errichtete Theater usw., aber vor allen Dingen baute er die uneinnehmbare Festung MASADA und den Tempel von Jerusalem aus. Leider ließ es das Drehbuch bzw. auch die ganze Filminszenierung nicht zu, dies geschichtlich so darzustellen. Edmund Purdoms Darstellung des Herodes z.B. ist durchaus gut, aber laut Drehbuch wird Herodes zu einem fast schon krankhaften Eifersuchts-Psychopathen, der hinter alles und jedem nur Verrat und Verschwörung wittert. Auch seiner Ehefrau Mariamne traut er später nicht mehr, da er sie der Untreue bezichtigt. Es stimmt soweit, das Herodes sehr aufpassen mußte, um nicht das Opfer seiner intrigenhaften Familie zu werden. Nur im Film wird diese Charaktereigenschaft nur Herodes allein zugeschrieben und zudem von Edmund Purdom ein wenig übertrieben dargeboten, der hier teilweise zusätzlich zum sogenannten Overacting neigt. Sehenwert bleibt Mr. Purdum aber allemal, obwohl man damit dem historischen Herodes nicht gerecht wird, bzw. ihm auch Unrecht tut, weil eben zuvieles ausgelassen wurde.

HERODES - BLUT ÜBER JERUSALEM (ITA/FRA 1958) Herode13

Einer der absolut billigsten und somit schlecht gelungensten Szenen des Films, ist der sogenannte STERN VON BETHLEHEM, der ja die Ankunft bzw. die Geburt eines neuen MESSIAS ankündigt. Dieser Stern wird einfach am Fenster vor einem gemalten dunklen Hintergrund gezeigt, wobei dieser eher nach Sternschnuppe ausschaut und auch gemalt ist. Dieser Trick ist leider schlecht gelungen und selbst für damalige Zeiten hätte man dies besser machen können. Der angeordnete Kindermord von Bethlehem durch Herodes, weil dieser seine Macht und Nachfolge durch einen neuen König der Juden gefährdet sah, ist unwahr. Warum hätte er das tun sollen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Herodes längst den Machtkampf innerhalb seiner Familienstreitigkeiten für sich entscheiden können und auch die Nachfolge seines Sohnes HERODES ANTIPAS war gesichert. Die Möglichkeit, das ein Sohn aus eher ärmlichen jüdischen Verhältnissen hier den Herodes von seinem Amt zu verdrängen, lag praktisch bei null. Historisch gibt es auch nicht den geringsten Nachweis für solch ein Massaker an Kindern. Herodes war zwar teilweise grausam, ließ sogar selbst drei seiner Söhne hinrichten, weil diese sehr im Verdacht standen gegen ihren eigenen Vater an diversen Umsturzversuchen beteiligt gewesen zu sein, aber viel ärmlichere Kinder töten zu lassen, weil sein Thron aufgrund einer Prophezeiung gefährdet war, ist doch sehr weit hergeholt.

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Der Film endet sogar recht atmosphärisch, weil es so inszeniert ist, das eine neue Zeit anbricht, durch die Geburt des Messias und die alte Zeit mit dem Tod von Herodes endet. Diese Schlußsequenz wirkt immer noch recht gut. HERODES DER GROSSE hätte sicherlich einen viel größeren Film verdient gehabt, aber aus dieser Billigproduktion war wohl nicht mehr rauszuholen, die zudem auch geschichtlich sehr
eingeschränkt daher kommt.

Der Film erschien überraschenderweise auf DVD. Unter dem Titel BLUT ÜBER JERUSALEM befindet er sich leider thematisch völlig falsch in einer Ritterfilm-Box. Damit wird ahnungslosen Interessenten vorgemacht, das es sich um einen Film über einen der Kreuzzüge handelt. Das Bild der DVD ist für solch einen alten Film aber richtig gut und präsentiert sich im Format 2:35 anamorph, mit schönen Farben usw. Der Ton ist ebenfalls sehr gut. Was Herodes allerdings mit Rittern zu tun haben soll...  scratch  weiß anscheinend nur das Label allein  xaz


5,5/10 Geschichten aus dem alten Judäa
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Beitrag von Fynn am Sa 26 Dez - 15:17

Sehr schönes Review Graf !   ro7  Ich habe ja Edmund Purdum immer ganz gern gesehen. Auch wenn er vllt mit der Auswahl seiner Rollen nicht immer das grosse Los gezogen hat, ich fand ihn dennoch als Darsteller immer recht glaubwürdig. Und auch wenn ich den Film hier nicht kenne kann ich mir vorstellen das er ein Gewinn für ihn ist. Und wie ich sehe macht ja auch Massimo Girotto mit, der Vater von Terence Hill / Mario Girotto.

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Beitrag von Graf Karnstein am Sa 26 Dez - 22:01

Merci Fynn vd6
Und ja,...der Film wird ja aufgrund der Titelrolle von Edmund Purdom hauptsächlich getragen, der seine Sache gut macht. Von der reinen Schauspielerei her, war er tatsächlich ein Gewinn für den Film. Nur vom historischen Standpunkt aus betrachtet, konnte Mr. Purdom aufgrund des Drehbuchs dem HERODES nicht gerecht werden.

Vielleicht siehst Du den Film ja auch mal, denn diese Ritterbox ist nicht teuer.
e4du

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Beitrag von VanHelsing am Fr 5 Apr - 15:34

Deutscher TV-Titel war HERODES DER GROSSE.
Die italienische Fassung ist laut OFDb rund 20 Minuten länger. e4du

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